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Gemeinschaft zur Erhaltung
von Kulturgut in Tornesch von 1985 e.V. Mitglied im Schleswig-Holsteinischen- Heimatbund ( SHHB) |
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| Tornesch - ein geschichtlicher Abriss | ||||
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![]() Tornesch - ein geschichtlicher Abriss von Hans Lohmann Tornesch, aus der Sicht der Jugendlichen Unsere Gemeinde trägt den Namen "T o r n e s c h" erst seit dem Jahre 1930. In diesem Jahre wurde der bisherige Gemeindename E s i n g e n in To r n e s c h umbenannt. Der Chronist unserer Gemeinde, Konrektor i.R. Christian Wegner, schreibt über die Umbenennung in dem Vorwort zu seiner "Tornescher Chronik" wie folgt: Der Ortsteil Tornesch, der im Jahre 1844 die Haltestelle der Altona-Kieler Eisenbahn erhalten hatte, war dadurch schon jahrzehntelang Mittelpunkt des Verkehrs geworden. Mancher Esinger hat im Laufe der langen Jahre und auch noch bis heute die Kurzsichtigkeit der einstmaligen Gemeindevertretung die sich durch die weite Hinauslegung der Station Handwerksburschen, Reisende, Pracher und anderes Volk vom Leibe halten wollte zu bedauern und mit seinen Schuhsohlen wettzumachen gehabt. Eine seit der Jahrhundertwende einsetzende starke Bautätigkeit die Tornesch für viele Jahre den Ruf der größten baulichen Rührigkeit im ganzen Kreis verschaffte bewirkte ein derartiges Ansteigen der Bevölkerungszahl dieses Ortsteils, daß Alt-Esingen, die Urparzelle der Gesamtgemeinde, hinsichtlich der Einwohnerzahl allmählich stark überflügelt wurde, was natürlich viele Sonderwünsche der Tornescher im Gefolge hatte. Tornesch hat sich auch insofern zur Gemeindezentrale entwickelt, als sich hier seit Jahren schon das Gemeindebüro und das Standesamt befanden. Das Interesse der ortansässigen Fabriken und der ebenfalls seit dem Jahre 1900 einsetzende Übergang vieler Esinger Einwohner zum Baumschulbetriebe machte es hinsichtlich des Geschäftsganges allmählich immer erwünschter, als ihren Tätigkeits- und Versandort den Namen Tornesch zu wählen. Durch die vielen, die Station benutzenden Reisenden im Februar 1927 zählte man z.B. an einem Tage 1338 abfahrende und 1317 ankommende Personen war der Name Tornesch viel bekannter geworden als der Dorfname "Esingen". Die somit dringliche Vornahme einer Änderung des Namens der politischen Gemeinde Esingen in "Tornesch" wurde in einer Gemeindevertretersitzung im Februar 1930 auf den Antrag des Gemeindevertreters Richard Kutz einstimmig zum Beschluß erhoben, nachdem auch Bürger-, Haus- und Grundeigentümerverein einen dahingehenden schriftlichen Antrag bei der Gemeinde eingereicht hatten. Die ministerielle Genehmigung der gewünschten Umbenennung ließ nicht lange auf sich warten, sie erfolgte unter dem Datum des 16. Juni 1930. Die Gemeinde Tornesch umfaßt die Ortschaften Tornesch, Esingen und Ahrenlohe. Das Dorf Esingen ist sehr alt. Es ist ein sogenanntes Urdorf und gehört zur Gruppe der "ingen"-Dörfer, deren Entstehung von Fachleuten auf das 6. und 7. Jahrhundert n.Chr. zurückgeführt wird. Urkundlich wird es seit 1285 genannt, als Heinrich von Barmstede dem 1235 gegründeten Kloster Uetersen weitere Einkünfte und Gerechtsamen schenkte. Das Dorf Ahrenlohe ist jüngeren Datums. In diesem ehemaligen Moor- und Waldgebiet sind erst in der 2. Hälfte des 17.Jahrhunderts die ersten Katenstellen errichtet worden, denen dann Anfang des 18. Jahrhunderts in schneller Folge weitere Bauten folgten. In Tornesch bestand in früherer Zeit nur ein einziger Hof. Der Hof, später Tornescher Hof genannt, lag an einem alten Ochsenweg, der von Jütland über Barmstedt und Tornesch weiter nach Uetersen und Wedel führte. Im Westen des Hofes lag das weitgestreckte Dünengelände vom Grevenberg und Baßhorn, im Norden reichte das Esinger Moor bis an den Hof heran, und im Osten erstreckte sich die Gemeinweide mit Moor, Heide und Buschwald bis nach Thiensen. Zum Süden lag die Orthbrook-Niederung die den Hof vom Dorfe Esingen trennte. Es ist bemerkenswert, daß der Hof seine einsame Lage durch die Jahrhunderte bis zum Bau der Eisenbahn im Jahre 1844 behalten hat. Die ersten Aufzeichnungen über den Tornescher Hof finden wir in dem Vertrag vom 30. November 1564, in welchem das Hamburger Domkapitel die Kirchspiele Rellingen und Barmstedt an die Schauenburger zurückgibt. In diesem Vertrag sind die Ortschaften mit ihren Abgaben aufgeführt. Aus der Vogtei Esingen sind 11 Bauern, darunter Arend Heidorn, abgabepflichtig. Arend Heidorn stammt aus dem Schauenburgischen. Er gilt als Stammvater der Familien Heidorn (Heydorn) Diese Familie hat sich in den folgenden Jahrhunderten weit verbreitet. Durch Kauf und Einheirat kamen sehr viele Höfe in den Besitz von Familienmitgliedern. So befanden sich z.B. 1788 in Esingen von den 39 Höfen 8 Höfe im Besitz der Familie Heidorn (Heydorn). Die Heidorns vererbten den Hof über 200 Jahre von Vater auf Sohn. Im Jahre 1781 übernahm Jürgen Siemsen aus Appen, ein Enkel des letzten Besitzers Johann Heydorn, den Hof. Zur Zeit seines Wirkens wurde in der Vogtei Esingen die Verkoppelung der Gemeinweide durchgeführt. Er erhält wie alle Vollbauern in singen 20 Himpten Land nach der Bonität, dies entspricht nach der Quantität 172 Himpten. Nach Abschluß der Verkoppelung besitzt Jürgen Siemsen insgesamt 539 Himpten und damit alle Ländereien nördlich des Orthbrook bis an die jetzige Norder- und Johs.-von-Helms-Straße, von der jetzigen Baumschule Bornhold bis zum Steinberg und zum Esinger Weg. Die spätere Urbarmachung und Kultivierung der umfangreichen Ödländereien führten zur wirtschaftlichen Besserstellung des Hofes. 1813 übernahm der Sohn Johann Jochim den Hof. An ihn erinnert das im gleichen Jahre erbaute strohgedeckte Abschiedshaus, das noch heute in der Raiffeisenstraße steht. Eine im Jahre 1825 nach den Angaben der Besitzer erstellte Übersicht gibt folgenden Vieh- und Bienenstöcke- Bestand für Tornesch an: Milchkühe 8, Jungvieh 5, Pferde 8, Schafe 100, Schweine 4, Bienestöcke 35. Angebaut wurde auf dem Hof Roggen, Hafer und Buchweizen. 1837 folgte der Sohn Jürgen als Hofnachfolger. Er war es, der die große Bedeutung der Verkehrserschließung durch den Bau einer Eisenbahn sofort erkannte. Als die Esinger Bauern in ihrer Kurzsichtigkeit es ablehnten, den Bahnhof in ihrer Nähe bauen zu lassen, schenkte Jürgen Siemsen der Eisenbahn das Land für die Errichtung des Bahnhofes. Am 18. Sept. 1844 wurde die "König Christian VIII Ostseebahn" feierlichst eingeweiht. Für Tornesch hatte die Zukunft begonnen. Die sich bald steigernde Zahl der Reisenden, u.a. auch aus Uetersen, bewirkte, daß Jürgen Siemsen im Jahre 1855 für seinen 19 Jahre jüngeren Bruder Peter das Bahnhofshotel erbauen ließ. Das Bahnhofshotel erfreute sich zunehmender Beliebtheit, besonders als nach dem frühen Tode des Peter Siemsen die Tochter Dorothea Jakob Klapmeyer ehelichte und das Hotel übernahm. Die Gemeindeverwaltung Tornesch ehrte Jürgen Siemsen durch die Benennung einer Straße. Jürgen Siemsen hatte es in seinem Leben verstanden, Ödland zu kultivieren und durch Verbesserung der Anbau-Methoden den Hof leistungsfähiger und ertragsreicher zu machen. Hofverwalter haben ihn dabei unterstützt. Nach seinem Tode 1870 hat die Witwe den Hof anfangs weitergeführt. Da diese Ehe kinderlos war, hat sie dann am 4. August den Hof an den Deutsch-Amerikaner Friedrich Christian K ö h n für 93 000 Mark verkauft. Diese hohe Kaufsumme ist ein Zeugnis der Größe und der Bedeutung des Tornescher Hofes zu damaliger Zeit. Köhn hatte in Amerika neuzeitliche Betriebsführung kennen gelernt und bemühte sich, diese hier in die Tat umzusetzen. Er ließ ganz neuzeitliche Wirtschaftsgebäude errichten, ließ die alten Hofgebäude bis auf das Abschiedshaus abbrechen und hat das Gelände des Grevenberg einebnen und kultivieren lassen. Am Jahre 1870 wurde die Landstraße Tornesch Uetersen ausgebaut und dem zunehmenden Verkehr angepaßt. Etwa zur gleichen Zeit wurde auf Betreiben einflußreicher Uetersener Bürger die Uetersener - Tornescher Pferdebahn Aktiengesellschaft gegründet, die den Personen- und Frachtverkehr und später auch die Postbeförderung von Uetersen nach Tornesch übernehmen sollte. Nach Durchführung der Planungs- und Bauarbeiten konnte diese Bahn am 2. September 1873 feierlich eingeweiht werden. Bereits am 1. August 1881 gab Köhn den Hof an den Altonaer Bürger Heinrich Friedrich Johannes R e i n c k e weiter. Eine Parzelle von rund 5000 qm wurde zurückbehalten. Sie wurde am 10. Dezember 1881 an die in Hamburg gegründete Aktiengesellschaft Brennerei Tornesch verkauft, die auf diesem Gelände eine Spritfabrik errichten ließ. Bereits im Februar des Jahre 1882 wurde die Fabrikation aufgenommen. Am 9. November 1886 wechselte der Hof seinen Besitzer. Heinrich B ü h r i g, bisher Hofbesitzer in Bleckenstedt, erwarb den Hof, nachdem er wegen des Baues des Mittellandkanals seinen bisherigen Besitz verkaufen mußte. Um die gleiche Zeit sind verschiedene Bauern aus dem Braunschweigischen in Holstein angesiedelt worden, die u. a. bewirkten, daß man auch 1892 zum Bau einer Konservenfabrik in Tornesch schritt. Unter Heinrich Bührig hat die Parzellierung des Tornescher Hofes eingesetzt. |
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