Straßen in Tornesch – Eine Serie in Zusammenarbeit mit der Kulturgemeinschaft.

Tornesch vor 33 Jahren: Gastwirtschaft Mohnke in Esingen

Foto: Archiv Kulturgemeinschaft

 

Gasthäuser sind seit vielen Jahrhunderten Treffpunkte der Bevölkerung, so auch im ländlichen Esingen. Das Gastwirtsehepaar Otto und Elfriede Mohnke führte 1972 an traditioneller Stelle die Gastwirtschaft im 1941 aufgestockten und erweiterten Gebäude. Der Gebäudekomplex stammte ursprünglich von 1893 und war mit Saal, Bühne und Kegelbahn einst eines der größeren Etablissements des Dorfes. Schon die Gäste der Einweihung des Esinger Schulneubaus 1906 – der heutigen Grundschule Esingen - wurden in diesem Gasthof bewirtet. Sechs Jahre darauf fand in der Gaststube die Gründungsversammlung des Sportvereins TuS Esingen statt. Auf dem Saal hielt der Turnverein später Übungsstunden und seine traditionellen jährlichen Vorführungen ab. Zudem fand viele Jahrzehnte lang so manche Taufe, Konfirmation, Hochzeit oder Beerdigung hier statt.

 

Durch die direkt benachbarte Meierei Staack, die ein kleines Elektrizitätswerk betrieb, gab es schon 1906 elektrisches Licht im Gasthof. Das ehemalige Wohnhaus Staack, später Plüschau,  mit dem Vorgarten ist noch heute, wie hier abgebildet, erhalten. Dies gilt auch für die am linken Bildrand liegende Bäckerei Pein, die an dieser Stelle 1930 begründet worden ist, und für die reetgedeckte Scheune des Bauernhofes Sternberg am unteren Bildrand.

 

In der früheren Durchfahrt der Gastwirtschaft (links) befand sich seit den 1950er Jahren der „Tante-Emma-Laden“ von Magda und Willi Dieckmann. Willi Dieckmann, der abends bei Mohnke kellnerte, fuhr morgens früh schon wieder zum Hamburger Großmarkt und Fischmarkt. Magda Dieckmann lieferte ihren Kunden in Esingen jeden Dienstag mit dem Fahrrad den Frischfisch aus. Die Familie wohnte neben dem Laden in der Durchfahrt. 1984 wurde das Geschäft geschlossen und die ehemaligen Räume wurden zum Clubraum der Gaststätte erweitert.

 

Die Gastwirtschaft wurde bis zum Jahr 1999 durch Sohn Gerhard Mohnke und seine Frau Sigrid geführt. Das verpachtete Gebäude brannte am 8. November 2003 ab. Die Ursache war Brandstiftung. Die Restgebäude wurden abgerissen, heute liegt dort eine Freifläche. Daneben befindet sich das neu erbaute Altenteilerhaus des benachbarten Hofes Lehmann. Die Telefonzelle an der Pinneberger Straße, auf dem Foto noch gut zu erkennen, ist schon länger abgebaut, der daneben gelegene Briefkasten fiel vor einigen Jahren Sparzwängen zum Opfer. So gibt es vor Ort heute keine Hinweise mehr, die an den Standort des alten Kruges erinnern.