Straßen in Tornesch – Eine Serie in Zusammenarbeit mit der Kulturgemeinschaft.

Tornesch vor 33 Jahren: Die Kreuzung Friedrichstraße

Foto: Archiv Kulturgemeinschaft

 

Ein Blick aus der Vogelperspektive zeigt das Tornescher Ortszentrum im Jahr 1972. In der Bildmitte liegt der 1950 als erster großer Neubau nach dem Krieg im Zentrum fertig gestellte Eckbau mit 27 Wohnungen. Im unteren, durch eine vorspringende Kolonnade akzentuierten Gebäudeteil war von Beginn an ein Ladengeschäft, zunächst bis 1977 das Textilhaus Rehrbehn, dann ein Schuhgeschäft, seit 1998 eine italienische Eisdiele. In dem Mansardendachhaus in der Friedrichstraße 5 am oberen rechten Bildrand wurde bis 1994 von Alfred Leuschner sein Lebensmittelgeschäft „Gemüse, Feinkost, Früchte“ betrieben. Heute bewirtet in dem umgebauten Erdgeschoss das Restaurant Köpi seine Gäste.

Daneben existiert seit 1966 der Imbiss Croll, der eine lange Tradition in der Friedrichstraße hat.

Die schräg gegenüber liegende Bäckerei Bätje am Bildrand rechts wurde im Zuge der neuen Nutzung des  Eckgrundstückes als Altenwohnheimgelände 2003 abgerissen. 1927 hatte Wilhelm Bätje die Bäckerei an diesem Standort übernommen. Zwischenzeitlich an Adolf Fregin verpachtet, war die Bäckerei nach 1961 wieder in Familienhand. Daneben betrieb Bruno Klabunde 1972 noch sein Fischgeschäft.

 

Auf der rechteckigen Grünfläche im Kreuzungsbereich stand viele Jahre lang in der Weihnachtszeit ein großer Tannenbaum. Dies war in Tornesch seit den 1950er Jahren Tradition. Die Straßen waren noch einfach auf den Zebrastreifen zu überqueren, eine Ampelanlage noch nicht nötig.

 

Wo seit 1985 der Tunnel die Eisenbahn am Tornescher Bahnhof unterquert, lagen 1972 noch das alte Gebäude  von Kückelhahn/Voss und die Drogerie Pramschiefer (untere rechte Bildecke). Das erstere existierte seit 1890 und war eines der ältesten in der Friedrichstraße. Es diente lange Jahre als Milchgeschäft. Die Drogerie Pramschiefer, angefangen 1966 mit einem Flachdachbau neben dem alten Klappmeyerschen Haus, hatte sich in den Jahren stetig erweitert. Sie schloss 1983 im Vorfeld der Baumaßnahmen am Tunnel. Die Alte Ahrenloher Straße, die heute vor dem Bahnsteig in Richtung Elmshorn endet, führte weiter über den Bahnhofsplatz in die Uetersener Straße, nachdem sie ebenerdig die Schrankenanlage am Bahnhof passiert hatte. Heute ist die Uetersener Straße hier für den Durchgangsverkehr gesperrt, die Haupttrasse Richtung Uetersen führt inzwischen über die Jürgen-Siemsen-Straße, die 1972 noch eine ruhige Anliegerstraße war.