Straßen in Tornesch – Eine Serie in Zusammenarbeit mit der Kulturgemeinschaft.

Tornesch vor 33 Jahren: Bahnhof und Umgebung

Foto: Archiv Kulturgemeinschaft

 

So viel ist sicher: der Tornescher Bahnhof steht noch heute, auch wenn er mittlerweile durch die renovierte Fassade und den Umbau ein verändertes Äußeres erhalten hat. Ansonsten ist für jemanden, der den Ort erst nach 1985 kennen gelernt hat, die Orientierung auf diesem Luftbild schwierig. Wo 1972 noch die Konservenfabrik Habekost mit dem Nachbarbetrieb Trumpler stand, befinden sich heute mehrgeschossige altengerechte Wohnungen und die Altentagesstätte in der Pommernstraße. Die Freifläche dahinter nehmen mittlerweile die beiden 4-14-geschossigen Hochhausbauten ein. Der Baubeginn für den ersten großen Wohnblock erfolgte zwei Jahre nach dieser Aufnahme. Das ehemalige zur Firma gehörende Wohnhaus der Familie Habekost ist heute am Park & Rideplatz der Bahn gelegen. Es wird privat genutzt und beherbergt das Ladengeschäft „Wind & Wasser“. Von 1980 bis 1995 war hier vorübergehend die Polizeistation Tornesch untergebracht. 

 

1972 wurden in der Konservenfabrik, die bereits 80 Jahren an diesem Standort lag, noch täglich 10 Tonnen Kartoffeln von 30 Mitarbeitern verarbeitet. Ein Jahr darauf kaufte das Land Schleswig-Holstein Fabrik und Ländereien für die Bahnunterführung. Der beschrankte Bahnübergang, der täglich zu langen Wartezeiten im Zentrum von Tornesch geführt hatte, wurde aber erst 1985 aufgehoben und durch den Bahnhofstunnel  ersetzt. Die Alte Ahrenloher Straße endet nun am Bahnsteig Richtung Elmshorn. Das auf der Bahnhofsseite gelegene ehemalige Bahnhofshotel mit Saal (im Foto links an den Gleisen) wurde im Zuge des Tunnelbaus abgerissen. Es konnte auf eine über 100-jährige Tradition zurückblicken.

Der gesamte Bahnhofsvorplatz wurde neu gestaltet, das Einkaufszentrum „Tornescher Hof“ auf ehemaligem Brennereigelände neu gebaut. Den Namen bekam das Wohnhaus mit Passage in Anlehnung an den alten Tornescher Hof, der kurz zuvor am Lindenweg abgebrochen worden war.

 

Das Bahnhofsgebäude, in dem 1972 noch die Bahnhofsgaststätte und der Bahnhofskiosk zum Verweilen einluden, wurde 1984 von der Bundesbahn an Familie Dörr vom alteingesessenen Tornescher Elektrofachgeschäft Dörr verkauft. Im gleichen Jahr erfolgten der Umbau des 139 Jahre alten Gebäudes und die Einweihung der neu entstandenen Ladengeschäfte. 1985 wurde eine zweistöckige Fahrradgarage neben dem Bahnhof errichtet.

 

Heute stehen erneut Umbaumaßnahmen am Bahnhof an, die die Ladenzeile im Tornescher Hof, die 20 Jahre alte Fahrradgarage und das Parkdeck betreffen.