Straßen in Tornesch – Eine Serie in Zusammenarbeit mit der Kulturgemeinschaft.

Tornesch vor 33 Jahren: Das Wörmckegelände am Tornescher Bahnhof

Foto: Archiv Kulturgemeinschaft

 

An der Hamburger Straße – der damaligen Raiffeisenstraße – lag 1972 noch die Lagerfläche der Kohlen- und Baustoffhandlung Wörmcke, die seit 1934 ihren Tornescher Zweigbetrieb hier unterhielt. Der 26-jährige Johannes Wörmcke hatte sich damals mit seiner Frau Anne-Marie an dieser günstig am Bahnhof gelegenen Stelle selbstständig gemacht. Bruder Henry unterhielt den Uetersener Betrieb. Die Firma Wörmcke hatte seit 1968 ein eigenes Bahnanschlussgleis, welches die Belieferung vereinfachte. Es ist auf dem Foto deutlich zu erkennen. Der Tornescher Bahnhof hatte damals noch einen Mittelbahnsteig, der mit Schranken versehen war. Vier Jahre nach der Aufnahme des Luftbildes baute Wörmcke noch eine große Lagerhalle für Brennstoffe am Bahngleis. 1984 wurden die  Zweigbetriebe in Uetersen und Tornesch dann aufgegeben, der Handel wurde auf das Gelände am Basshorn verlegt. Nach Umbau und Erweiterung existiert der Hagebaumarkt dort noch heute.

 

Das Haupt- und Wohnhaus Wörmcke war 1934 mit der Front zum heutigen Park & Rideplatz gebaut worden. Es ist an der vorderen linken Bildseite noch ausschnittsweise zu erkennen. Das Gebäude wurde von ca. 1992 bis 2005 als Asylbewerberheim vom Tornescher Sozialamt zur Verfügung gestellt und wird demnächst abgerissen. Das Gebiet von ehemaligem Wohnhaus und Lagerhalle wird mit Stadtwohnungen bebaut werden, die hintere Freifläche wird nach Umbau zukünftig als zusätzlicher Park & Rideplatz genutzt. Noch stehen die alten Lagergebäude auf dem Hof mit ihren von der Straße aus gut zu erkennenden alten Inschriften wie „Johannes Wörmcke Kohlenhandel“. Jeden Tag kommen hier auf dem Weg zum Bahnhof viele Menschen vorbei.

 

Im Bildhintergrund befindet sich das knapp 200 Jahre alte reetgedeckte Altenteilerhaus des Tornescher Hofes. Es diente für die Altbauern als Alterswohnsitz und ist neben dem Grenzhaus an der Ahrenloher Straße das letzte sichtbare Zeichen der Jahrhunderte alten Hofstelle. Das Fachhallenhaus ist als einfaches Kulturdenkmal eingestuft und besitzt eine alte Torbalkeninschrift über dem zugemauerten Scheunentor, die jeder Betrachter von der Straße aus noch heute einsehen kann. Der  benachbart entstehende Park & Rideplatz wird den Bekanntheitsgrad dieses ältesten Gebäudes im Tornescher Zentrum sicherlich erhöhen.