Straßen in Tornesch – Eine Serie in Zusammenarbeit mit der Kulturgemeinschaft.

Tornesch vor 33 Jahren: Die Kreuzung Wilhelmstraße/Ahrenloher Straße

 

Foto: Archiv Kulturgemeinschaft

 

Ein Pferdefuhrwerk klappert die Wilhelmstraße entlang, ein Auto passiert die Ahrenloher Straße. So sah es 1972 im Gebiet der heute vielbefahrenen Kreuzung Wilhelmstraße/Ahrenloher Straße aus. Wo noch der Garten des Tornescher Arztes Dr. Hans Witthöft lag, entstand 1977 ein Penny-Supermarkt, der heutzutage längst dem Ärztezentrum mit Apotheke an der Wilhelmstraße gewichen ist. Dr. Hans Witthöft war mit seiner Familie 1923 in das Eckhaus gezogen und hatte den Praxisanbau mit Flachdach vornehmen lassen. Über 50 Jahre wirkte Dr. Witthöft, der als erster Arzt nach Tornesch gekommen war, in der Gemeinde. Seine Frau Gertrud half ihm als gelernte Krankenschwester. Im Dorf wurde sie nur „Frau Doktor“ gerufen. Ihr Mann war ein typischer Landarzt, der auch Hausbesuche in weiterer Entfernung machte. Nach dem Tod von Dr. Witthöft wurde das Gebäude mit der Praxis 1975 abgebrochen. Die gegenüber in der Wilhelmstraße liegende Zahnarztpraxis von Herrn und Frau Dr. Buns wird heute noch in zweiter Generation geführt.

 

Die Ahrenloher Straße verfügte 1972 noch über keinen von der Fahrbahn abgetrennten Fußweg. Drei Jahre nach dieser Aufnahme wurde die Straße durch den Bau der A 23 zum Autobahnzubringer. Der zunehmende Verkehr führte dazu, dass 1980 an dieser Kreuzung die erste Tornescher Vollsignalanlage eingerichtet wurde. Der Tunnelbau 1985, der nötig wurde um den Bahnübergang am Bahnhof Tornesch aufzuheben, zog ein weiteres Verkehrsaufkommen auf der Ahrenloher Straße nach sich. 1991 wurde eine zweite Ampel entlang dieser Straße beim Gasthof Kröger errichtet, 2002 und 2003 folgten Signalanlagen am Autobahnanschluss A 23 und am Thujaweg.

 

Die Tankstelle an der Ecke Wilhelmstraße/Ahrenloher Straße, welche rechts am Bildrand zu erkennen ist, existierte noch bis 1982. Zur selben Zeit schloss auch der viele Jahrzehnte am Ort ansässige Feinkostladen Klose, der außen am Geschäft mit dem Schild  „Lebensmittel, Weine, Spirituosen“ geworben hatte. Er lag schräg gegenüber der Tankstelle in der Ahrenloher Straße 16 (zweites Haus oben rechts). Der Bau des Minimal-Supermarktes am Lindenweg bewog ihn zur Aufgabe. Heute ist dort, wo die Kunden noch meist zu Fuß oder mit dem Fahrrad eingekauft haben, ein Schlüsseldienst untergebracht. Die Friseurgeschäfte im Haus bewahrten ihre Tradition, rechts das Damenfriseurgeschäft im Anbau, links der Salon für Herren, indem seit 1930 frisiert wird, mittlerweile unter dem Namen „Putzbüddel“.