Straßen in Tornesch – Eine Serie in Zusammenarbeit mit der Kulturgemeinschaft.

Kosten pro Kind und Tag: 30 Pfennige

 

 

 Spielfest auf dem Außengelände des Gemeindekindergartens im alten Tornescher Hof am Lindenweg in den 1960er Jahren. (Foto Rena von Wieding)

 

Der Tornescher Gemeindekindergarten 1946 bis 1973

 

Im Jahr 2004 betreiben in der Gemeinde Tornesch drei unterschiedliche Träger (Kirche, DRK, AWO) sieben Kindergartengebäude und eine Waldkindergartengruppe. Nach Kriegsende existierte für Jahrzehnte nur eine Einrichtung - der Gemeindekindergarten. Zu Beginn war er in den Räumen des ehemaligen NSV-Kindergartens bei der Villa Tantau in der Jürgen-Siemsen-Straße untergebracht (NSV = Nationalsozialistische Volkswohlfahrt). Die Leiterin des Kindergartens, der am 24. Juni 1946 mit 49 überwiegend Ganztagskindern seinen Betrieb aufnahm, blieb Elisabeth Wolf aus Barmstedt, die bereits von 1942 bis 1945 den NSV-Kindergarten geleitet hatte. Die Bezahlung wurde nach den Besuchstagen erhoben und betrug pro Tag und Kind 0,30 RM. Überwiegend Flüchtlingskinder besuchten die Einrichtung. In der Wohlfahrtskommission hieß es 1948:  Der Kindergarten darf wegen der bestehenden Ausweitung des Fraueneinsatzes im Arbeitsprozeß nicht eingehen.“

1948 zog der Kindergarten in die von der Spar- und Darlehnskasse zur Verfügung gestellten Räume im alten Tornescher Hof am Lindenweg um. Ab Januar 1949 erhielt der Kindergarten feste monatliche Spenden von der Kirche, der Arbeiterwohlfahrt und dem DRK. Überdies bemühte sich die Verwaltung allerorts um Geld- und Sachspenden. Im Jahr 1968 arbeiteten in der von 6.30 bis 17.00 Uhr geöffneten Einrichtung neben der Leiterin drei Kinderpflegerinnen, eine Küchenkraft und eine Reinhaltefrau. 66 Kinder waren angemeldet, darunter auch Schulkinder. Die kommunale Einrichtung wurde nach Fertigstellung des DRK-Kindergartens 1973 in der Friedlandstraße nach 27 Jahren aufgelöst. Die Gemeinde leistete fortan einen jährlichen Zuschuss. Parallel existierte seit 1968 ein kindergartenähnlicher Kinderspielvormittag im Gemeindehaus der Kirche, der seit 1971 von einer hauptamtlichen Kraft betreut wurde.